Adventsküchlein und das Bären-Weihnachtsland

Advent in der Kochwelt

Weihnachten, die Zeit der besinnlichen Stunden, nur in der Hektik des Alltages bleibt davon meist nicht sehr viel übrig und auch die Termine, welche es um Weihnachten gibt, sind ziemlich viele und man fragt sich immer wie man all das in Einklang bringt, vor allem mit dem Gedanken an die Besinnlichkeit und Erholsamkeit.

Daher ist es gerade in der Vorweihnachtszeit immer wieder auf ein Neues mein Ziel, mir einige erholsame Stunden zu gönnen und mich auf eine schöne Weihnachtszeit einzustimmen. Dazu gehört ein wenig Weihnachtsdeko, natürlich leckere Teesorten, Kekse und Küchlein und meine Weihnachtsmusik-Compilation, (die mein Liebster mir zusammengestellt hat mit einigen etwas anderen Weihnachtsliedern oder einfach in einer rockigen schönen Variation.)

Der ein oder andere wird es bereits wissen, mein Liebster ist der Herr hinter dem Medienjournal-blog.de und wer schon einmal auf seinem Blog war weiß, dass das Schreiben ihm im Blut liegt. Eigene Geschichten hat er bis jetzt auf dem Blog nicht veröffentlicht, aber zu Weihnachten habe ich ihn gebeten doch etwas zu schreiben, das wir als kleinen Weihnachtskalender zu jedem Adventssonntag veröffentlichen können.

Oh zu der Geschichte muss man vielleicht noch sagen, dass sie ein wenig sehr nach meinem Wunsch gestaltet ist. Denn das muss in der Weihnachtszeit sein, um ein wenig das Elend, das im ganzen Jahr passiert, für einige Momente mal aus den Augen verlieren zu können. 😉 Das wäre also nicht unbedingt die Wahl meines Liebsten gewesen^^ Aber ich finde es ganz lieb und toll, dass er sich da nach mir gerichtet hat und mir diese knuffige, süße Geschichte gezaubert hat! Danke mein Schatz *schmatz*

Und gebacken habe ich etwas herbe (aufgrund der Limette), aber trotzdem süße Advents-Küchlein.

Aber jetzt gibt es erst einmal den ersten Teil der Geschichte und danach mein Rezept:

Im Bären-Weihnachtsland

Es war ein trüber Adventsmorgen im Bärental und mächtige Wolken schienen sich gegenseitig am Firmament hin und herzuschieben, um sich die besten Plätze sichern zu können. Das Bärental, müsst ihr wissen, ist ein geheimer, extrem abgeschiedener Ort, an dem – der Name lässt es vermuten – fast ausschließlich Bären leben. Natürlich keine Braun- oder Eisbären, nein, sondern Weihnachtsbären, dem gemeinen und weithin bekannten Plüschbären nicht unähnlich. Doch diese Weihnachtsbären zeichnen sich durch ihre urgemütliche Art aus, die noch ausgeprägter ist als bei anderen Bären. Zudem tragen sie samt und sonders das ganze Jahr knallrote Zipfelmützen mit kleinen Bommeln an der Spitze, quasi ein Zugeständnis an ihren Arbeitgeber – den Weihnachtsmann.

Landläufig ist man der Meinung, dass Zwerge, Kobolde oder auch Feen die Arbeit des Weihnachtsmanns erledigen würden und für die Herstellung der zahlreichen Spielzeuge verantwortlich zeichnen, doch das ist natürlich Quatsch, denn wie jeder wissen müsste, gibt es gar keine Kobolde und dergleichen. Die Bären hingegen sind real und dem Weihnachtsmann treu ergeben. So wundert es auch nicht, dass sich dieses nicht gerade anmutige, aber dafür umso kuscheligere Völkchen durch enormes handwerkliches Geschick auszeichnet und jedermann im Bärental auf die eine oder andere Weise im Weihnachtsdienst steht, so auch das Familienoberhaupt der Familie Teddy, der eigentlich von allen nur Papa Bär genannt wird. Seine Frau – ihr ahnt es fast – ist Mama Bär und diese setzte also an diesem trüben Morgen, an dem die Wolken schubsen spielten, gerade frisches Teewasser in der eigens eingerichteten Teestube auf. Die Teestube der Familie Bär ist ein heimeliges Häuschen in ihrem Garten, umringt von riesigen Tannen, in dem sie sich morgens wie abends gern trafen, um zu reden, zu kuscheln und natürlich, um eine schöne Tasse Tee zu genießen. Die Teestube selbst war natürlich sehr klein, so wie alles bei der Familie Teddy von geringer Größe war, ebenso wie sie selbst. Die Teetassen waren winzig, das Kännchen klein und filigran, die Stühle auf die kleinen Bedürfnisse der Bewohner zurechtgestutzt und auch die Türen würden uns Menschen enorm klein anmuten, leben die Bären schließlich in einem ganz anderen Maßstab. Und wären sie nicht so klein, hätte sicher schon jemand das Tal der Bären entdeckt und sie könnten nicht länger in Ruhe und Frieden dort leben und ihrem gemeinnützigen Tagewerk nachgehen. Das kleinste aber, was die Familie Teddy zu bieten hatte, war der Sohn von Papa und Mama Bär, das kleine Bärchen – von allen nur Bärchen gerufen.

Und das Bärchen war außer Rand und Band und ganz aus dem Häuschen, war schließlich der erste Advent gekommen und begann somit die schönste Zeit des Jahres, die Weihnachtszeit. Das Bärchen hüpfte und holperte also um Mama Bär herum, während diese verzweifelt versuchte, sich ihrem Teewasser zu widmen.

„Endlich, endlich ist es soweit!“ rief er voll Freude.

„Ich weiß mein Schatz“ entgegnete die Mama, „aber trübt das schlechte Wetter deine Laune denn kein bisschen?“

„Wieso denn? Es wird bestimmt noch schneien, schließlich ist bald Weihnachten und zu Weihnachten schneit es immer!“ erklärte er ihr.

„Das weiß ich“ erwiderte sie betrübt, „aber dieses Jahr sieht es wirklich nicht danach aus. Aber immerhin nimmt dich dein Papa morgen mit in die Weihnachtsbäckerei. Du bist schließlich langsam in einem Alter, in dem es Zeit wird, dass du dich mit deinem späteren Handwerk vertraut machst“ erörterte sie ihm.

Wie ich vergaß zu erwähnen, war Papa Bär in der hochherrschaftlichen und offiziellen Weihnachtsbäckerei beschäftigt und bekleidete dort einen hohen Posten. Man mag sich nicht vorstellen, wie wichtig die Weihnachtsbäckerei für den Geschenke-Service des Weihnachtsmanns ist, aber sie bildet tatsächlich so etwas wie das inoffizielle Kernstück, bekommt schließlich so gut wie jeder zu Weihnachten die eine oder andere, kleine wie auch größere Nascherei geschenkt. Ein Phänomen übrigens, dass dem Slogan der Ferrero-Küsschen geschuldet ist und dass sich die Wirtschaftsbären in der Weihnachtsmarketing-Abteilung geschickt zu Eigen gemacht haben und seit etlichen Jahren beneidenswerte Absatzzahlen verzeichnen können.

Aber kehren wir zum Bärchen und Mama Bär zurück, die ihrem Sohnemann gerade eröffnet hatte, dass sein Papa ihn in die Weihnachtsbäckerei mitzunehmen plane. Doch das Bärchen war darüber alles andere als erbaut.

„Ich will gar nicht in die blöde Weihnachtsbäckerei!“ begehrte er auf.

„Aber Bärchen, das hatten wir doch schon“ versuchte die Mama ihn zu beruhigen, während sie die Teebeutel aus der Kanne entfernte, „schließlich sollst du einmal Papas Job übernehmen können“

„Das will ich aber gar nicht! Ich will viel lieber was anderes werden“ quengelte das Bärchen weiter, „vielleicht Rentier-Inspekteur, oder Geschenketester“

„Aber dein Papa ist nun einmal der Weihnachtskonditormeister und es ist Tradition im Bärental, dass die Söhne die Arbeit ihrer Väter lernen.“

Betrübt resignierte das Bärchen und ließ die kleinen, flauschigen Schultern hängen, wohl wissend, dass er diese Diskussion niemals gewinnen würde. Und nicht einmal Schnee fiel an diesem Tag und das Bärchen wusste nicht, was es von der folgenden Weihnachtszeit zu halten hatte.

„Warte nur ab“ versuchte es die Mama erneut, „morgen geht ihr beiden in die Weihnachtsbäckerei und es wird ein ganz, ganz toller Tag werden, du wirst sehen“

Während sie dies sagte, stand das Bärchen am Fenster der Teestube, blickte hinaus und wartete auf Schnee.

(…) weiter geht es am zweiten Advent (…)

den zweiten Teil der Geschichte findet ihr hier: Im Bären-Weihnachtsland II

den dritten Teil der Geschichte findet ihr hier: Im Bären-Weihnachtsland III

den vierten Teil der Geschichte findet ihr hier:Im Bären-Weihnachtsland IV

Ihr braucht für 4 Gläser:
1. Advent Küchlein

  • 1 Limette
  • 125g Butter
  • 38g Zucker
  • 2 Eier
  • 200g Mehl
  • ½ Pck. Backpulver
  • 2 1/2 EL Zuckerrohr-Schnaps
  • Etwas Öl zum einfetten der Gläser

Und so wird´s gemacht:

Zuerst solltet ihr die Limette waschen und im Anschluss die Schale abreiben. Habt ihr dies, könnt ihr die Limette schon einmal auspressen. Der Saft wird dann später noch benötigt. Nun rührt ihr die Butter mit dem Zucker zu einer Creme und gebt dann die Eier hinzu. Als nächstes mischt ihr das Mehl und das Backpulver und gebt es abwechselnd mit dem Limettensaft und dem Schnaps mit in die Schüssel. Wenn alles zu einem homogenen Teig verrührt ist, könnt ihr den Teig in die eingefetteten Gläser füllen. Ich habe mich erst etwas gewundert, weil die Gläser nicht einmal halb voll waren, aber der Kuchen geht noch sehr auf und füllt dann die Gläser ganz gut aus.

Den Backofen solltet ihr auf 175°C vorheizen. Bei gleicher Temperatur könnt ihr die Küchlein nun etwa 30-35 Minuten backen lassen. In dem Rezept, nach dem ich gebacken habe stand, dass die Gläser vor dem Backen verschlossen werden sollten. Ich habe die Deckel also aufgelegt und dann gebacken. Nach der angegebenen Zeit waren diese jedoch nicht braun geworden. Daher habe ich sie dann noch weitere 10 Minuten ohne Deckel backen lassen. Ich würde beim nächsten Mal nach etwa zwei Drittel der Backzeit die Deckel abnehmen, so dass die Küchlein am Ende auch ein wenig Bräune bekommen können.

Bon Appétit

Comments (2)

  1. Vorhaus, Sylvia 28. November 2011
  2. Vorhaus, Sylvia 30. November 2011

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