Holzofen-Saatenbrot auch ohne Holzofen

Hallo ihr Lieben,

vor kurzem hab ich mich für einen Backkurs angemeldet in der Hoffnung ein bisschen was dazuzulernen und mich auch zuhause mal an ein Sauerteigbrot zu trauen.

Der Kurs fand in einer alten Mühle statt, der Aumühle in Moers, heute wird dort jedoch nicht mehr gemahlen, es wäre bei dem Mehlbedarf einfach nicht mehr hygienisch machbar. Thematisch standen an dem Tag ein Saatenbrot, Dinkelbrötchen und ein Rosinenstuten auf dem Tagesprogramm. Und das Beste an dem Stuten war, am Ende durfte ich eineinhalb Stuten mein Eigen nennen und konnte zu Hause alles alleine aufessen, da mein Liebster keine Rosinen mag – da hat er echt was verpasst :-). Das Saatenbrot ist ein Weizen-Roggenmischbrot mit Sauerteig.

Backkurs Aumühle Moers - Saatenbrot

Backkurs Aumühle Moers - Saatenbrot

Alle Brote und natürlich auch die Brötchen kamen in den Steinofen. Das Glück eines solch tollen Ofens haben natürlich nur die wenigsten und ich hatte wirklich Sorge, ob das Brot zuhause auch nur ansatzweise so gut werden könnte, aber da habe ich mich getäuscht. Natürlich, die Hand des Bäckers hatte sicher ein besseres Gespür dafür, wie viel Mehl dem Teig noch fehlt oder ob doch noch etwas Flüssigkeit hinzu muss, aber das Rezept ist gut und sehr detailliert, so dass es auch so gut geklappt hat. Mehl hat bei mir allerdings auch noch gefehlt, also verlasst euch auch etwas auf euer Gefühl, wenn ihr das Brot nach backt. Der Teig sollte nicht ZU klebrig sein, etwas jedoch schon!

Backkurs Aumühle Moers - Saatenbrot

Was ich zuvor auch nie gemacht hatte war, wenn ich ein Saatenbrot gebacken habe, die Saaten zuvor einzuweichen, aber genau das ist ganz wichtig, denn die Saaten ziehen sonst Wasser aus dem Brot und trocknen dieses aus. Dafür also die Kerne für ca. 3-4 Stunden in warmem Wasser einweichen (Verhältnis 1:1) und dann mit in den Teig geben. Wenn ihr die Saaten über Nacht einweichen solltet, sollte es unbedingt kaltes Wasser sein und gebt dann schon das Salz mit ins Wasser hinzu, so dass es nicht anfängt zu gären.

Ein Experiment, das ich mir ganz fest vorgenommen hatte, wenn ich das Brot backe, war, es noch mal mit meiner alten Küchenmaschine zu versuchen, welche sonst die Teige immer nur gerollt hat. Aber nachdem der Bäcker zu seiner Maschine meinte, er müsse immer erst das Wasser hineingeben, sonst würde sie nicht richtig den Teig kneten, dachte ich mir: das musst du einfach auch noch mal probieren. Und so habe ich es gemacht und endlich doch noch eine Berechtigung für das hübsche Teil gefunden, denn der Teig ließ sich so tatsächlich ganz wunderbar kneten. Tja, anscheinend benötigt es manchmal nur kleine Veränderungen. Für den Fall also, dass jemand unter euch auch Probleme mit seiner Küchenmaschine haben sollte – probiert das mal aus!

Backkurs Aumühle Moers - Saatenbrot

Aber kommen wir zum Brot 😉

Holzofen-Saatenbrot

Backkurs Aumühle Moers - Saatenbrot

Zutaten:
Für: 2 Brote á ca. 900 g

  • 600 ml Wasser
  • 640 g Weizenmehl Typ 1050
  • 160 g Roggenmehl Typ 1150
  • 20 g frische Hefe
  • 180 g Vollsauerteig
  • 20 g Salz
  • 180 g Saatenmischung (eingeweicht) 1*)

 
1*) plus weitere trockene Saaten, um das Brot darin zu wenden

Backkurs Aumühle Moers - Saatenbrot

Und so wird´s gemacht:

Alle Zutaten zu einem Teig vermengen und diesen ca. 10 Minuten lang durchkneten, anschließend den Teig abgedeckt rund 20 Minuten lang ruhen lassen.

Den Teig nun in zwei gleichgroße Stücke zerteilen, noch einmal mit der Hand durchkneten und formen. Die nun geformten Brote durch die Saatenmischung rollen, so dass die Brote ringsherum gut bedeckt sind. Jetzt sollten die Brote abgedeckt weitere 40 Minuten auf dem Blech ruhen, bevor sie in den Ofen kommen.

Den Backofen nun auf – wenn möglich – 280°C vorheizen (meiner kann 250°C, das geht auch). Nach der Ruhephase kann das Brot jetzt für 45-60 Minuten in den Backofen. Dabei innerhalb der ersten 15 Minuten schrittweise den Backofen auf 210°C runterstellen. Sollte das Brot bereits sehr früh Farbe bekommen, dieses mit einem Backpapier bedecken, so dass es nicht von außen verbrennt.

Backkurs Aumühle Moers - Saatenbrot
Bon Appétit

Fazit: Das Brot ist sehr gut zu schneiden und von der Konsistenz her großartig, auch geschmacklich ganz wunderbar! Wie sagte mein Liebster: mein bis jetzt bestes Brot – und gerade wenn ich dran denke wie toll es sich schneiden ließ, würde ich das auch sagen. Daher bin ich sehr froh, den Kurs gemacht zu haben und hoffe nun auf noch mehr so tolle Brote aus dem eigenen Backofen.

Backkurs Aumühle Moers - Saatenbrot

Comments (2)

  1. Andres 10. September 2016
    • Veggiekochwelt 12. September 2016

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